Glossar
Eine Liste von Begriffen aus dem Bereich Volksmusik sowie deren Erklärung
Alphorn
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Ein Alphorn ist ein Trompeteninstrument aus Holz mit einer Länge von elf Fuß, das sind etwa 3 1/2 Meter. Man fand es am häufigsten bei den Hirten in den Alpen. Bekannt ist es seit 1550.
(Quelle: Hans Riedl und Max Reitner)
Boarischer
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Der Boarische ist eine langsame Polka mit Ursprung an den südlichen und südöstlichen Grenzen Oberbayerns. Er wird auch in Tirol und im Salzburger Land getanzt und ist unter den bairisch-österreichischen Volksstänzen einer der bekanntesten. Der Boarische ist ein Grundtanz in Bayern und Österreich. Er hat sehr viele verschiedene Ausführungsformen und ist auch unter den Namen Bairisch, Bayrisch-Polka, Mainzer Polka bekannt. In Bayern wird der Begriff "Boarischer" von "Bayerischer" abgeleitet, in anderen Gebieten (z.B. Österreich) eher von "Bäuerlicher".
Quelle: Altbayerische Wirtshausmusi
Diatonisch
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Mit Diatonisch bezeichnet man die Tonleiter, die von dem Grundton bis zur Oktave durch sieben Stufen herauf steigt, von denen zwei Intervalle von halben, die übrigen Intervalle von ganzen Tönen sind. Die Töne C, D, E, F, G, A, H, c, sind z.b. eine diatonische Tonleiter. Alle Stufen, ausser der 3.-4. und 7.-8. Stufe, sind ganze Töne. Egal, von welchem Grundton man ausgeht: diese festen Intervalle ergeben immer eine diatonische Tonleiter.
Bei diatonischen Harmonikas entspricht jede Reihe auf der Diskantseite einer diatonsichen Tonleiter, wobei im Zudruck die Dreiklangstöne der jeweiligen Tonart (Dur-Dreiklang) und im Aufzug die dazwischen liegenden Töne (zugehöriger Dominant-Sept-Akkord) klingen. Andere Halbtonschritte sind pro Reihe nicht möglich. Durch die verschiedenen diatonischen Reihen können Halbtöne, die nicht in dieses Schema passen, in den benachbarten Reihen gespielt werden.
Quelle: Altbayerische Wirtshausmusi
Diskant
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Als Diskant (lat. discantus = Auseinandergesang) bezeichnet man:
- seit dem 16. Jahrhundert die höchste Stimme eines mehrstimmigen Satzes.
- bei der Stimmlage, Sopran
- bei Orgelstimmen, die obere Hälfte der Klaviatur
- bei Gitarrensaiten die drei hohen Melodie-Saiten (im Gegensatz zu den Bass-Saiten).
- als Zusatz zum Namen die hohe Tonlage eines Instruments: z. B. Diskantposaune etc.,
- beim Akkordeon die rechte Seite des Instrumentes bzw. die Melodietastatur (im Gegensatz zur Basstastatur)
Quelle: Wikipedia
Fozhobel
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"Der Fozhobel...d.i.Mundhobel, weil er beim Spielen wie ein Hobel am foze = Munde hin und her geschoben wird, heißt hochdeutsch auch Pansflöte, Papagenopfeife, wol auch ungenau Hirtenpfeife. Er besteht aus Röhren von Schilf oder Metall, welche wie Orgelpfeifen in verschiedenen Größen und meist ungerader Zahl in der Weise aneinander gereiht werden, dass sie mit iren Öfnungen, deren Rand angeblasen wird, in einer Linie liegen." (aus Fressl: Musik des Baiwarischen Landvolkes, 1888 - 1889)
Der kleine, diatonische Fozhobel ist als Vorläufer der Mundharmonika heute so gut wie vergessen. Einige historische Originalinstrumente sind jedoch erhalten geblieben und in Museen (München, Graz) zu bestaunen. Weitere Infos unter: www.garchinger-pfeifer.de
Gstanzl
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Vierzeiler, Gstanzl, Schnaderhüpfl oder Trutzgsangl - damit sind all jene bekannten, gereimten und gesungenen Improvisationen gemeint, die als Ausdruck heiterer und ernster Vorgänge, Gemütsstimmungen, Lebensanschauungen und Schwächen des Menschen verwendet werden. Ein echtes Gstanzl besteht aus einem einzigen Vierzeiler von acht Hebungen, die Melodie wird in Dur gesungen, es wird auch heute noch vielfach aus dem Stegreif in der jeweiligen Mundart gedichtet und stellt in einer Strophe ein Ganzes dar. Gstanzl mit ihren unzähligen Melodien leben vor allem vom Vortrag und erhalten die Würze erst durch den passenden gesanglichen Vortrag in der entsprechenen Situation. An Gelegenheiten, Gstanzl entstehen zu lassen, fehlte es früher genauso wenig wie heute. Meist waren oder sind es Burschen und Männer, die diesen Stegreifgesang pfleg(t)en und ihn als Ausdruck ihrer übermütigen Kraft, ihres herausfordernden Witzes, ihrer Lebens- und Liebeslust, ihrer Spott- und Necksucht verwenden. Im Zuge der Emanzipation gibt es genügend weibliche Gstanzlsänger, die keine Scheu als Hochzeitslader oder beim An- und Aussingen kennen. Einmal derb und hart, ein anderes mal zart und innig, wie man es nicht für möglich halten würde.
Quelle: Auhäusler Musi
Hackbrett
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Das Hackbrett ist ein sehr altes Instrument, die älteste Abbildung fand man in Persien. In der Schweiz kennt man es seit dem 16. Jahrhundert. Man sagt Zigeuner hätten dieses Instrument mitgebracht. Die Hackbrettform ist weltweit ungefähr die Gleiche, nämlich ein Trapez. Das ist auch das Prinzip vom Hackbrett, lange Saite = tiefer Ton, kurze Saite = hoher Ton. Dadurch ergibt sich die Trapezform. Man unterscheidet das diatonische Hackbrett, in Bayern auch Zimbal genannt, und das melodieführende chromatische Salzburger Hackbrett. Im 18. Jahrhundert zählte Hans Kurz in Berchtesgaden zu den bekannten Hackbrettmachern. Jedoch kein Instrument dieses Meisters ist erhalten. Tobi Reiser hat das Hackbrett wieder zu einem Bestandteil unserer Volksmusik gemacht und neue Zusammenstellungen von Instrumenten erprobt und mit diesen neuen Klängen die Musik vergangener Zeiten mit dem Musizieren von heute verbunden.
(Quelle: Hans Riedl und Max Reitner)
Harmonie
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Die Harmonie (griech. harmonia = (Zusammen)fügung, Silbe ar oder har: indogerman. Herk. = Vereinigung von Entgegengesetztem zu einem Ganzen);
Musikalisch versteht man unter Harmonie das zeitgleiche Erklingen mehrerer Töne (Akkord) in vertikaler Ordnung, im Gegensatz zur Melodie. Als „harmonisch“ werden Akkorde mit harmonischen Obertönen des Grundtons empfunden.
In Volxmusikerkreisen versteht man unter "Harmonie" auch ein Harmonika-Instrument.
Quelle: Altbayerische Wirtshausmusi
Hoagartn [Hoamgartn, Hoangartn, Hoigarta]
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Früher hat man sich abends nach getaner Arbeit mit Nachbarn und Freunden vor einem Bauernhaus, also eben im Heimgarten, zu Ratsch und Tratsch, zu Musik und Tanz, getroffen, man ist "heimgartln" gegangen. In der kälteren Jahreszeit, insbesondere zwischen Kathrein (25.11.) und Aschermittwoch, fanden diese ungezwungenen Zusammentreffen in der "Gunklstubn" statt. Die Bezeichnung "Gunkl, Gunggel, Kunkel usw." stammt möglicherweise aus dem romanischen, denn der Spinnrocken heißt französisch "quenoille" und italienisch "conoccia". In der "Gunklstubn" haben die Frauen gesponnen, gestrickt, gehäkelt oder genäht, die Männer - wie beim "heimgarteln" - geratscht, Karten gespielt oder Musik gemacht. Neben den Wirtshäusern waren die "Heimgarten" die dörflichen Mittelpunkte aller öffentlichen und privaten Vergnügungen. Hier wurden nicht nur die wichtigsten dörlichen Ereignisse besprochen, sondern vor allem die Geschlechter durch Scherz und Tanz brauchnormiert und damit sozial kontrolliert im Umgang miteinander eingeübt und nicht selten auch Ehen angebahnt. Kein Wunder also, dass hierbei manches geschah, was den Unwillen der Obrigkeit hervorrief. Schon 1553 gebot die Landesordnung vergeblich, "die Gunckel und Rockenraisen nit mehr zu gestatten". 1635 wetterte ein Mandat Kurfürst Maximilians I. gegen Unsittlichkeit beim "Heimgartengehen, Gunkeln und Fensterln". Dennoch hat sich der Brauch über die Jahrhunderte hinweg erhalten. Die Musikgruppen sind nicht ausgewählt oder bestellt, es gibt kein Programm und kein Honorar, aber dafür geht im Lauf des Abends - wie es halt früher im Wirtshaus der Brauch war - ein Sammelteller für die Musikanten um. Und nicht selten wird auch heute noch bei diesen "Hoagart'n" gestrickt oder gehäkelt. "Hoagart'n" heisst es übrigens nur zwischen Isar und Lech. "Hoagascht" im Leitzachtal. "Hoangart'n" zwischen Inn und Salzach, "Raingart'n" an der Unteren Donau und im Bayersichen Wald und "Hoimgarta", "Huigarte", "Huigert" sind verschiedene schwäbische Mundartformen des gleichen Begriffs.
Aus: "Heut geh'n ma hoagart'ln".
Zum 100. Boarischen Hoagart'n des Kulturreferats.
Volksmusik in München, H. 14, München 1990
Kirtahutschn
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Zu einer richtigen Kirchweih gehört neben Volksmusik, Kirchweihgans und Schmalznudeln auch eine Kirtahutsch. Eine Hutsch ist in Bayern eine Schaukel und eine Kirtahutsch wird nur für Kirchweihtage aufgebaut. Sie besteht aus einem dicken, ca. 6 Meter langen Brett und wird vorne und hinten mit langen Seilen oder Ketten an den Tennenbalken befestigt. Auf dem langen Brett können etwa ein Duzend Leute gleichzeitig hutschn. Die Leute setzen sich auf die Hutsch, vorn und hinten steht jeweils ein kräftiger Bursche, die die Hutschn in Schwung bringen.
(Quelle: Altbayerische Wirtshausmusi)
Kocherlball
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Im Rahmen der Festwochen anlässlich des 200. Geburtstages des Englischen Gartens 1989 liessen die Landeshauptstadt München und die Wirtsleute vom Chinesischen Turm eine alte Münchner Tradition wieder aufleben. DEN KOCHERLBALL. Ende des letzten Jahrhunderts kamen nämlich an jedem Sonntagmorgen in aller "Herrgottsfrüh" bei schoenem Wetter an die fünftausend Dienstleute, Laufburschen, Köche, Köchinnen, Kindermädchen und Hausdiener zu einem Tanzvergnügen beim Chinesischen Turm zusammen. So früh deshalb, weil sie zeitig wieder zur Arbeit bei der Herrschaft erscheinen mussten.
(Quelle: Veranstalter)
Ländlermusik
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Mit Ländlermusik ist die (aktuelle) urchige, traditionelle Schweizerische Volksmusik gemeint. Wahrscheinlich kommt dieser Ausdruck von 'Musik aus dem Landl' (Österreich). Ländlermusik, welche spöttisch auch als 'Hudigääggeler' bezeichnet wird, umfasst mehrer Stilrichtungen. Diese ergeben sich hauptsächlich durch die Instrumentierung und Auswahl der Stücke bzw. Komponisten. So gibt es z.B. Appenzellermusik (mit Geige, Cello, Hackbrett, Bass), Bündnermusik (Klarinette, Schwyzerörgeli, Bass) und Innerschweizermusik (Saxophon, Akkordeon, Klavier, Bass).
(Quelle: Urs Nydegger;www.folkmusic.ch)
Maultrommel
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Die Maultrommel, auch Brummeisen, gehört zu den Durchschlagzungeninstrumenten, bei denen der Ton durch Metallzungen erzeugt wird, die frei schwingen können. Dieses Tonerzeugungsprinzip ist traditionell auf der ganzen Welt verbreitet. Sie findet sich fast weltweit als Instrument der Volksmusik und gehört zum traditionellen Instrumenten-Repertoire des Alpenraumes. Sie ist von Ungarn und Slowenien über die deutsch- und italienischsprachigen Alpenländer bis nach Frankreich und weiter nach Sardinien und Korsika heimisch. Eine manuell angeregte elastische Zunge schwingt durch die geöffneten Zahnreihen in den Mundhohlraum des Spielers und wird dort durch Änderung der Mundhöhle klanglich verändert. Da eine Maultrommel nur einen begrenzten Tonumfang hat, war sie im Laufe der mitteleuropäischen Musikentwicklung der letzten 200 Jahre als solistisches Musikinstrument fast zum Aussterben verurteilt. Im Bereich der Volksmusik wurde sie um 1900 durch die Mundharmonika verdrängt, die nach einem sehr ähnlichen Prinzip ihre Töne erzeugt. Zu den Instrumenten mit Durchschlagzungen gehören neben der Maultrommel u.a. das Harmonium und das Akkordeon und seine Varianten.
Quelle: Wikipedia
Mundharmonika
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Bei der Mundharmonika unterscheidet man zwischen:
- Chromatischen Mundharmonikas
- Diatonischen Mundharmonikas
- Bluesharp
Bei chromatischen Mundharmonikas sind alle Halbtöne der westlichen Musik zu spielen. Somit stehen hier alle Musikstile offen. Die seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der internationalen Musikszene etablierten chromatischen Mundharmonikas stellen bis zu 64 Töne zur Verfügung.
Durch Fingerdruck auf den seitlich angebrachten Schieber öffnen und schließen sich Tonkanäle. Das erlaubt das Spiel von zwei um einen halben Ton versetzte diatonische Tonleitern, also das unmittelbare Abrufen von eingebauten Tönen zur Bildung einer chromatischen Tonleiter. Diese geniale Bauweise bedeutet, dass alle in der europäischen Musik vorkommenden zwölf Dur- und Moll-Tonarten von einer einzigen chromatischen Mundharmonika interpretiert werden können. Je nach Modell deckt der Tonumfang bis zu vier Oktaven ab. Die chromatische Mundharmonika das technisch am aufwendigsten entwickelte Instrument seiner Gattung.
Die diatonischer Mundharmonika baut auf dem sog. "Richter-System" auf. Josef Richter,e in Instrumentenbauer aus dem Erzgebirge, hat um 1825 die Ziehtöne und eine neue Tonanordnung eingeführt, die bis heute nach ihm benannt wird. Dabei sind die Töne einer Dur-Tonleiter so angeordnet, dass sich beim Blasen ein Tonika- und beim Ziehen ein Dominantakkord ergibt.
Die diatonische Mundharmoika wird vorwiegend im Bereich der folkloristischen Musik eingesetzt, wobei in einem der beiden Mundwinkel der melodietragende Ton dadurch entsteht, dass die Zunge auf dem Mundstück aufliegt und lediglich das eine Kanalpaar zum Spiel der darin angebrachten Töne freigibt. Durch Abheben und Wiederauflegen der Zunge wird ein dem jeweiligen Lied zukommender Rhythmus durch die kurz hinzukommenden Töne gestaltet. Im Bereich der tiefen Töne (linke Seite des Instrumentes) erklingt auf Blasen die Harmonie des Grunddreiklangs (= Tonika)und auf Ziehen die Töne der (Ober-Dominante). Der Unterdominant-Dreiklang (= die Subdominante) lässt sich auf der gleichen Mundharmonika nicht erzeugen, weshalb der Mundharmonikaspieler gleichzeitig mehrere, in anderen Tonarten gestimmte Instrumente gleicher Bauweise benötigt und je nach Tonart beim Musizieren abwechselnd spielt.
Die Bluesharp ist vom Aufbau der diatonsichen Mundharmonika gleich. Man spielt sie in der Regel einzeltönig. So eignet sie sich vorzüglich zum solistischen Spiel und wird insbesondere von Rock- und vor allem Bluesmusikern verwendet. Für eine reine Mundharmonika-Gruppe ist sie, ihren Möglichkeiten entsprechend, seltener vertreten.
Durch die verschiedenen Töne beim Blasen (engl. Bending) und Ziehen (engl. Overbend) hat ein geschickter Mundharmonikaspieler auf seiner diatonischen Bluesharp sehr viele Töne zur Verfügung. Das Bending ist eine besonders bei Blues-Musikern verbreitete Spielweise, da nicht nur mit den von der Tonleiter zu Verfügung stehenden Tönen (chromatisch) gespielt werden kann, sondern ein gleitender Ton-zu-Ton-Übergang und das Spielen mit Bluenotes und anderen speziellen Leittönen, wie er beim Blues üblich ist, möglich wird.
Quellen: Sänger&Musikantenzeitung; wikipedia.de; mundharmonika.net
Musikantenstammtisch
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Der Musikantenstammtisch ist ein Ort, wo man überlieferte Musik erleben kann. Dabei gibt es keine Bühne, es wird kein festgelegtes Programm abgespult, es gibt nicht einmal eine festgelegte Beginnzeit. Im Wirtshaus, in geselliger Atmosphäre wird je nach Lust und Laune in verschiedensten Besetzungen musiziert - mit Harmonika, Hackbrett, Geige, Gitarre, Klarinette, Blech, Baßgeige und anderen auch von Gästen mitgebrachten Instrumenten Volksmusik zum Leben gebracht. Das geht ohne Probe, ohne Noten, ohne Vorschriften - und gerade deshalb mitreißend und schwungvoll. Dazwischen wird vielleicht auch gesungen, es darf auch getanzt werden, wenn es der manchmal zu kleine Platz erlaubt. Man kann den Spielern auf die Finger schauen, man darf lachen bei den oft köstlichen Liedtexten, kann gut speisen und trinken. Und vor allem, es gibt keine Verstärker und auch keinen Eintritt. Man bekommt keine Ohrenschäden und kann sich auch einmal zwischendurch unterhalten, ohne vom Lautsprecher überdröhnt zu werden. Kommen Sie einfach vorbei, die Gruppen freuen sich auf Ihren Besuch!
(Quelle: Klosterneuburger Stammtischmusi)
Nasenflöte
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Der Begriff Nasenflöte ist der Oberbegriff für alle Flöten, die mit der Nase zum Klingen gebracht werden.
Die Nasenflöte oder Nasenpfeife stammt aus Südamerika, Südostasien und Ozeanien und wurde von Indios als Lockinstrument für die Vogeljagd verwendet. Traditionell ist sie auch in vielen irischen Musikstücken zu hören.
Die Nasenflöte ist entweder:
eine Querflöte, welche mit nur einem Nasenloch gespielt wird (heute sind sie nur noch in wenigen Gegenden verbreitet, wie zum Beispiel bei einigen philippinischen Naturvölkern.)
oder
über den Mund und gleichzeitig auf die Nase gesetzt wird.
Bei der ersten Methode wird das zweite Nasenloch verstopft oder zugehalten. Bei der anderen Art (oft auch als Kinderspielzeug zu kaufen) wird durch die Nase gezielt ausgeatmet und durch Ändern des Mundraums die verschiedenen Töne erzeugt. Es funktioniert ähnlich wie Pfeifen. Bei richtiger Technik klingt die Nasenflöte laut und klar. Der Klang dieser Flöten ähnelt dem der Okarina. Heutige Nasenflöten sind aus Kunststoff oder Holz.
Weitere Infos unter: www.wikipedia.de oder www.nasenfloete.de
Quellen: wikipedia, Instrumentiamo.de
Okarina
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Gefässflöte aus Ton oder Porzellan mit 7 - 10 Grifflöchern mit einem dunklen, weichen Ton. Ursprünglich kommt dieses Toninstrument aus Italien. Es gibt Okarinas in verschiedenen Tonhöhen und Stimmungen. Die Grifflöcher der Okarina sind bis zu einer Oktave auf der Oberseite. Mit der linken Hand wird die Okarina am dickeren Teil von hinten umfasst, während die rechte Hand in Gegenrichtung den längeren schlankeren Teil umfasst. Jeder Ton muss mit der Zunge angeblasen und wieder gestoppt werden. Dadurch entsteht der okarinatypische Klang. Die Grifflöcher müssen sauber abgedeckt werden, sonst entstehen falsche Zwischentöne.
(Quelle: Altbayerische Wirtshausmusi)
Parforcehorn
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Ein Parforcehorn ist ein Jagdhorn, großwindig in Stimmung Es oder D. Es wurde früher als Signalinstrument auf der Parforcejagd, das ist die Reitjagd auf den Hirsch, verwendet. Es ist ein reines Naturtoninstrument ohne Ventile.
(Quelle: Corelander)
Polka
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Die Polka ist ein Rundtanz im Zweivierteltakt, dessen Tempo mit lebhaft bis rasch angegeben wird, die Bandbreite reicht von Tempo 80 bis 160 Schlägen pro Minute.
Polka-Franze - langsam
Böhmische Polka – etwas schneller
Polka – mittleres Tempo
Schnellpolka – schnell bis sehr schnell
Sie ist ein Paarrundtanz im 2/4-Takt, der um 1830 in Böhmen (im Gebiet um Krávolé Hradec [Königgrätz]) aufkam. Der Legende nach soll die Polka von einem böhmischen Bauernmädchen erfunden und erstmals getanzt worden sein. Tanzgeschichtlich gesehen ist die Polka aber jedenfalls keine fest datierbare und völlig neue Erfindung. Ihre Schritte sind schon in dem viel älteren Ecossaisen-Walzer und vor allem dem Schottisch, der bereits um 1810 getanzt wurde, vorhanden. Im Rhythmus und der Tanzausfiihrung ähneln sich Polka und Schottischer sehr. Der Name Polka kommt von "pulka", was die "Hälfte" bedeutet und auf den für den Tanz charakteristischen Halbschritt hinweist. Die Tanzform der Polka, die im tschechischen Volkstanz unter dem Namen "Nimra" ihren Vorläufer hat, verbreitete sich von Böhmen aus als Gesellschaftstanz über Stadt und Land. 1835 wurde sie erstmals namentlich erwähnt, 1837 kam sie nach Prag, 1838 brachte sie der Tanzmeister Johann Raab zum ersten Mal in Prag und 1840 erstmals in Paris auf die Bühne, 1839 kam sie nach Wien, 1841/42 erschien Sie zum ersten Mal in norddeutschen Städten. Von 1844 an, als sie Paris als Modetanz bereits bestätigt hatte, wurde die Polka der Gesellschaftstanz par excellence und verdrängte endgültig den Schottischen. Der ab dieser Zeit in aller Welt gelehrte Gesellschaftstanz "Polka" hatte aber nur mehr wenig mit dem ehemaligen böhmischen Volkstanz gemeinsam. Es entwickelten sich zahlreiche Sonderfonnen der Polka im Volkstanz und im Gesellschaftstanz, die sich in vielen Sonderbezeichnungen widerspiegeln. Viele Tänze gleichen rhythmischen Charakters, oft vermischt mit Elementen des Volkstanzes, wurden dann als Polka bezeichnet. Die Polka kam als Gesellschaftstanz um die Wende zum 20. Jh. immer mehr aus der Mode, in den verschiedenen Volkstanzformen blieb sie aber bis heute erhalten. Die Polka fand auch Eingang in die Kunstmusik, z. B. bei F. Smetana im Streichquartett "Aus meinem Leben" und in der Oper "Die verkaufte Braut". (Bayrische Polka, Doudlebska-Polka, Esmeralda, Ennstaler Polka, Fingerlpolka, Graziana, Hackerpolka, Juudipolka, Krebspolka, Krejc-Polka, Kreuzpolka, Linzer Polka, Monferrina, Paschpolka, Polka française, Polka-Mazurka, Polka piquée, Polka tremblante, Rheinländer, Rigapolka, Schnellpolka, Schusterpolka, Sechserpolka, Spitzbuampolka, Sternpolka, Twostep, Walser-Polka, Zeppelpolka).
Quelle: Tanzlexikon Otto Schneider
Raffele
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Aus dem mittelalterlichen "Scheitholt" entwickelte sich als eine weitere Vorläuferstufe unserer heutigen Zither im 17./18. Jhdt. durch Vergrößerung des Schall- bzw. Resonanzkörpers und Aufleimen eines Griffbretts die "Kratzzither". Sie behielt anfänglich noch die längliche Rechteckform des Scheitholts, veränderte sich aber gegen Ende des 18. Jhdt. als "Schlagzither" zu ihrer heute noch gebräuchlichen Gestalt. Die Kratzzither wurde anstelle mit dem Daumen (wie das Scheitholt) mit einem Plektron (Federkiel, Horn, Holzstaberl o.ä.) angeschlagen bzw. "gekratzt". Mit der Kratzzither vergleichbar ist die im Allgäu verbreitete "Scherrzither" und das tirolerisch-oberbayerische "Raffele". Sie haben beide diatonisch angeordnete Bünde. Die "Scherrzither" ist mit zwei "e"-Saiten auf dem Griffbrett und einer dritten "e"-Saite neben dem Griffbrett, die als Bordunton mitklingt, bezogen. Das "Raffele" hat keine Freisaiten sondern nur ein Griffbrett mit zwei "a"-Saiten und einer "d"-Saite mit 15 Bünden. Während die Finger der linken Hand die Melodien ein- oder mehrstimmig greifen, bringt das auf den Zeigefinger der zur Faust geballten rechten Hand gelegte und mit dem Daumen leicht angepresste Plektron die Saiten durch Hin- und Herstreichen zum Klingen. Das Raffele lässt nur eine beschränkte Melodie- und Akkordbildung zu. Bei schnelleren Handbewegungen entsteht ein tremoloartiger Klang. Die "rassige" Spielweise ist heute wieder sehr beliebt.
(Quelle: Fasanerieer Raffele- und Hackbrettmusi)
Rockaroas
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Unter Rockaroas verstand man früher das gemeinsame Zusammensitzen der Mägde und ledigen Mädchen an den Winterabenden. Hier wurde abwechselnd in den Stuben der verschiedenen Häuser eines Dorfes gemeinsam an den Spinnrädern gesponnen. Hierbei hat man Lieder gesungen und sich alte Geschichten erzählt, geratscht und getrascht. Männer waren nicht anwesend.
(Quelle: Altbayerische Wirtshausmusi)
Schalmei
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Die neunlöcherige Schalmei war im Mittelalter das melodieführende Instrument. 1690 baute Johann Christoph Denner eine Schalmei mit zwei Klappen und schuf so das entwicklungsfähige Instrument hin zur Klarinette. Der Name Klarinette wird 1732 erstmals gebraucht. Durch den Instrumentenbauer Iwan Müller wurde 1810 die Klarinette mit 13 Klappen das bevorzugte Holzblasinstrument der Romantik und die Königin der bayerischen Tanzmusik.
(Quelle: Hans Riedl und Max Reitner)
Schlagzither
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siehe unter Begriff:
"Raffele"
Schottisch
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Der Schottisch ist ein deutscher, österreichischer, schweizerischer und schwedischer Volkstanz. Er ähnelt der Polka und ist verwandt mit dem Rheinländer und der Bayrisch-Polka.
Der Name „Schottisch“ leitet sich vermutlich von der Ecossaise (Schottischer Walzer) her. Er war schon um 1810 bekannt. Ein Vorläufer ist der vor 1800 in ganz Deutschland verbreitete „Hopser“. In verschiedenen Regionen werden unter dem Namen „Schottisch“ recht verschiedene Tanzformen bezeichnet. Grundschritt ist ein dem Polkaschritt ähnlicher Wechselschritt mit oder ohne anschließendem Hüpfer.
Steirische Harmonika
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Die Steirische Harmonika ist ein diatonisches, wechseltöniges Handzuginstrument, das heute noch in der Volksmusik vor allem in Österreich, Südtirol, Tschechien, Slowenien, Bayern, aber auch in vielen anderen Ländern Verwendung findet. Der Unterschied zu anderen diatonischen Akkordeons besteht vor allem in der Verwendung der stark klingenden, sogenannten Helikonbässe und dem Gleichton.
Das Wort „Steirisch“ hat nur wenig mit dem Land Steiermark zu tun. Diese Bauart des Akkordeons wurde in Wien erfunden. Durch den diatonischen Aufbau ist sie besonders geeignet, alpenländische Volksmusik zu spielen. Diese Musik wurde in Wien als Synonym für ländliche Musik „steirisch“ genannt und daher hat dieses Instrument seinen Namen. Andere gebräuchliche Bezeichnungen für die steirische Harmonika sind: Ziach, Zugin, Steirische, Quetschn, Knöpferlharmonika, Ziachharmonie, Harmonie, Harmonika, Zugorgel, Ziachorgel, Ziacha, Zerrwanst und andere. Eine umfangreiche Erklärung für die Steirische findest Du bei Wikipedia
Quelle: Wikipedia
Ziach
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Steirische Harmonika Zither
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Die heute gespielte Konzertzither ist ein Zupfinstrument mit kastenförmigem Korpus. Gegenüber der Buchtung liegt das Griffbrett mit 29 Bünden. Von den 42 Saiten sind die fünf Griffsaiten auf a a d g c gestimmt. Sie werden mit einem Metallring am Daumen der rechten Hand angeschlagen. Daneben verlaufen die die mit den Fingern gezupften Freisaiten, die in Begleit-, Bass- und Kontrabassaiten unterteilt werden und in Quinten und Quarten gestimmt sind.
Quelle: Urs Nydegger
Zwiefacher
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Der Zwiefache ist ein Volkstanz, der vor allem in Niederbayern und der Oberpfalz verbreitet ist. "...von einer seltsamem Phantastik des künstlerischem Gestaltungswillens, der in diesem nordbayerischen Volke wirksam ist." (Die Zwiefachen/Felix Hoerburger 1956). Der Zwiefache verbindet die traditionellen Volkstanzrhythmen, beziehungsweise die verschiedenen Tanzfiguren von 3/4 Walzertakt (Halbwalzer/Landler) und 2/4 Takt (Boarischer/Polka). Der Zwiefache wurde als Tanz auch in der Kunstmusik verwendet: Tanz (aus Carmina Burana) von Carl Orff. Die gespielte Form (Instrumentalversion) unterscheidet sich sehr oft zur gesungenen Form (Liedversion) eines Stückes. Ausgehaltene Töne werden in der Instrumentalversion ausgeschmückt. "Unser oide Kath" und "Leit, müaßts lustig sei" sind in Bayern bekannte Zwiefache-Tanzlieder.
(Quelle: René Senn)
Zwieseler Fink
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Der Zwieseler Fink ist seit über 60 Jahren der wohl begehrteste Volksmusik-Wanderpreis Bayerns. Die Idee dieses Preises ging von Paul Friedl, genannt Baumsteftenlenz, aus. Die Stadt Zwiesel nahm die Idee auf und stiftete 1939 den Wanderpreis, der von dem Münchner Goldschmied Carl Weisshaupt geschaffen wurde. Er zeigt einen Fink auf einer Glaskugel. Traditionell im September, am ersten Sonntag nach den Sommerferien, wird der Fink ausgespielt. Ermittelt wird der Finkenpreisträger durch Wertungsrichter, die vom Arbeitskreis Zwieseler Fink bestimmt werden. Es handelt sich um Frauen und Männer die dem Volkslied besonders verbunden sind. Bewertet werden die Stückauswahl, der Vortrag und der Gesamteindruck.
(Quelle: Altbayerische Wirtshausmusi)
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